07/08/2026
!!!!!!Grünlandsanierung ein brisantes Thema!!!!!!!!
Grünlanderneuerung bezeichnet die Verbesserung oder Wiederherstellung eines Grünlandbestandes, wenn die Grasnarbe lückig, verunkrautet oder ertragsschwach geworden ist. Ziel ist es, einen leistungsfähigen, artenreichen und langlebigen Pflanzenbestand zu schaffen.
Nachsaat/Übersaat (umbruchlose Grünlanderneuerung): Neue Gräser werden in den bestehenden Bestand eingesät, ohne den Boden vollständig umzubrechen. Diese Methode schont Bodenstruktur und Humus und verringert das Risiko von Nährstoffverlusten.
Neuansaat Der alte Bestand wird vollständig beseitigt und das Grünland neu angelegt. Diese Maßnahme ist aufwendiger und sollte vor allem bei stark geschädigten Beständen eingesetzt werden.
Gründe für eine Grünlanderneuerung
• starke Lücken in der Grasnarbe
• hoher Unkrautanteil
• geringer Ertrag oder schlechte Futterqualität
• Schäden durch Trockenheit, Engerlinge oder Befahrung
Praktische Durchführung
Die praktische Durchführung hängt davon ab, ob eine Nachsaat ausreicht oder eine Neuansaat erforderlich ist.
• Nachsaat (bei lückigen Beständen)
• Diese Methode ist die wirtschaftlichste und wird in den meisten Fällen empfohlen.
• Bestand beurteilen
• Lückenanteil bis etwa 30–50 %.
• Ursachen (Trockenheit, Trittschäden, Engerlinge, Nährstoffmangel) möglichst beseitigen
• Fläche vorbereiten
• Kurz abweiden oder tief mähen
• Maulwurfshaufen verteilen
• Mit Grünlandstriegel oder Egge die Narbe öffnen und Filz entfernen, damit der Samen Bodenkontakt erhält
Saat
• Nachsaatmischung passend zum Standort verwenden
• Je nach Lückenanteil etwa 10–20 kg Saatgut/ha ausbringen, vorzugsweise mit einer Nachsaatmaschine oder Schlitzdrille
• Anwalzen
• Direkt nach der Saat walzen, damit ein guter Bodenschluss entsteht
Pflege
• Ersten Schnitt früh und schonend durchführen (ca. 10–15 cm Aufwuchshöhe), damit Licht an die Keimlinge gelangt
• Starke Beweidung in den ersten Wochen vermeiden
• Neuansaat (bei stark geschädigten Flächen)
Empfohlen, wenn mehr als etwa 50 % des Bestandes unerwünscht oder stark verunkrautet sind.
• Alten Bestand beseitigen (mechanisch oder – sofern rechtlich zulässig – mit geeigneten Verfahren)
• Feinkrümeliges, gut rückverfestigtes Saatbett herstellen
• Saatgut 0,5–1,5 cm tief ablegen
• Sofort nach der Saat walzen
• Nach dem Auflaufen einen Schröpfschnitt durchführen und die Fläche erst nach ausreichender Etablierung wieder intensiv nutzen
• Günstige Zeitpunkte
• Frühjahr: sobald der Boden befahrbar ist und die Bodentemperatur etwa 10 °C erreicht.
• Spätsommer bis Frühherbst: oft die beste Zeit, weil ausreichend Bodenfeuchte vorhanden ist und die Konkurrenz durch den Altbestand geringer ist.
Ob Schlitzsaat oder Striegelnachsaat besser geeignet ist, hängt vor allem vom Zustand des Grünlandes ab.
Schlitzsaat
• Saatgut wird in schmale Schlitze abgelegt
• Saatgut wird nach dem Striegeln breit ausgestreut
• Sehr guter Bodenschluss und hohe Keimsicherheit
• Einfaches und kostengünstiges Verfahren
• Geringere Konkurrenz durch den Altbestand
• Funktioniert gut bei kleinen Lücken
• die Grasnarbe noch dicht ist
• hochwertige Gräser (z. B. Deutsches Weidelgras) sicher etabliert werden sollen
• der Boden eher trocken ist
• eine möglichst hohe Erfolgsquote gewünscht wird
Striegelnachsaat
• der Bestand nur leicht lückig ist
• Filz und abgestorbenes Material entfernt werden müssen
• genügend Bodenfeuchte vorhanden ist
• regelmäßig (alle 2–4 Jahre) nachgesät wird
• Leicht lückige Bestände (bis ca. 20–30 % Lücken)
• Striegelnachsaat reicht meist aus
• Stärker lückige oder dichte Bestände (30–50 % Lücken): Schlitzsaat ist meist erfolgreicher
• Sehr stark geschädigte Bestände (>50 % Lücken oder starke Verunkrautung) Neuansaat ist oft wirtschaftlicher als eine Nachsaat
In der Praxis setzen viele Betriebe auf eine Kombination aus Striegel und Schlitzsaat: Der Striegel öffnet die Grasnarbe und entfernt Filz, anschließend legt die Schlitzsämaschine das Saatgut präzise ab. Das verbindet eine gute Saatbettvorbereitung mit sicherem Bodenschluss und führt häufig zu den besten Auflaufergebniss.