01/09/2026
Der günstige Stückpreis aus Asien ist eine Wette. Eine Wette darauf, dass die Lieferkette hält.
Gerade verlierst du diese Wette.
Die Straße von Hormus ist seit Monaten faktisch dicht und im Roten Meer sieht es kaum besser aus. Zwei der wichtigsten Nadelöhre zwischen Asien und Europa sind beide gleichzeitig schwierig zu passieren. Frachtraten steigen, Lieferzeiten werden unkalkulierbar und niemand kann dir sagen, ob und wann sich das ändert.
Dazu CBAM: Seit Januar verteuert der CO2-Preis an der EU-Grenze importierten Stahl und Aluminium. Genau den Rohstoff, aus dem dein Stanzteil besteht.
Der Preis auf dem Angebot ist also längst nicht mehr der Preis, den du am Ende zahlst.
Und wenn eine Charge nicht passt, sitzt dein Ansprechpartner ein paar Zeitzonen weiter. Erreichbar, wenn bei dir längst Feierabend ist.
Ich will niemandem Fernost ausreden. Aber es lohnt sich gerade, die Rechnung neu zu überdenken. Nicht Stückpreis gegen Stückpreis, sondern Gesamtkosten, Planbarkeit und die simple Frage: Wer geht ran, wenn es brennt?
Ein Stanzteil ist kein austauschbares Massenprodukt. Die Toleranzen sind eng und das Werkzeug muss exakt zum Bauteil passen. Genau deshalb ist Nähe kein Luxus, sondern Teil der Qualität.
Vielleicht ist jetzt der Moment, europäische Lieferketten stärker nachzufragen.
Wie stark spürst du die aktuelle Lage in deiner Beschaffung schon?