12/06/2019
Der Bericht zeigt exemplarisch die Problematik im Rohstoff Bereich und wie NGOs leider auch ein übles Spiel spielen.
In " " jeweils aus dem Bericht des Tagi, darunter dann mein Kommentar.
"Das Gütesiegel verspricht Gold aus «verantwortungsvollen Kleinbergbauorganisationen». Die Berichte über die Arbeitsbedingungen in kleinen Minen erzählen aber ganz andere Geschichten: Solche von Zwangs- und Kinderarbeit, Einsatz giftiger Stoffe wie Quecksilber und Zyanid, hoher Unfallgefahr, Landraub und sexueller Ausbeutung. Halten die Zertifikate wirklich, was sie versprechen?"
Klar da werden einige der Problematiken der "Kleinbergbauorganisationen" erwähnt. Wenn man diese Problematik anschaut, wieso stellen sich denn die NGOs gegen die internationalen Bergbaukonzerne, die allerhöchste Sicherheitsstandards einhalten und sicher stellen, dass z.B. keine Kinderarbeit stattfindet?
Auch werden hier die Möglichkeiten (Quecksilber oder Zyanid) verteufelt mit denen das Gold aus dem Gestein gelöst werden kann. Nur weil Zyanid (hoch)giftig ist wenn man es einnimmt, bedeutet dies nicht, dass man nicht verantwortungsvoll damit umgehen kann.
"«Obwohl ich meinen Besuch angemeldet hatte, wurde mir der Zutritt zur Mine verwehrt», schreibt Pieth. Keine Fotos, keine Interviews. Aber der Basler Schmuckhändler verkauft doch sauberes Gold? «Ob die von Fairmined vorausgesetzten Schutzvorkehrungen bei der Quecksilberamalgamation effektiv getroffen wurden, liess sich leider nicht überprüfen», schreibt Pieth. «Aber ich habe da so meine Zweifel.»"
Glaubt der Mann wirklich, dass man einfach bei einer Mine einen Besuch anmeldet und dann eingelassen und herumgeführt wird??? Nur schon wegen Überfällen etc. macht es keinen Sinn einfach Fremde herumzuführen, und wozu auch? Es verschwendet nur Zeit und der Besucher wäre dem Risiko von Unfällen ausgesetzt, für die Betreiber haften.
Dass er dann einfach unterstellt dass die Schutzvorkehrnisse bei der Quecksilberamalgation nicht korrekt durchgeführt würden ist wirklich böswillig.
Wenn auch nur ein Ansatz einer funktionierenden Retorte (z.B. Ofen geschlossen mit Kamin, der gekühlt wird und Quecksilber dann in einen mit Wasser gefüllten Behälter fallen lässt) besteht, dann wären die Betreiber dumm dies nicht korrekt einzusetzen. Die Leute sind sich sehr wohl der gesundheitlichen Auswirkungen von Quecksilberdampf bewusst, ausserdem ist Quecksilber nicht billig und so kann der allergrösste Teil wieder verwendet werden.
"Unweit des Titicacasees liegt La Rinconada, einer der «dreckigsten Orte der Welt», schreibt Pieth. «Die löchrige Anfahrtsstrasse wird von Müllbergen gesäumt, eine Abwasser- oder Abfallentsorgung sucht man in der 60000-Seelen-Stadt vergebens.»"
Die Lösung des Autors ist also das Gold dieser 60'000 Menschen nicht mehr zu kaufen? Zuerst müssen sie den Abfall korrekt entsorgen (KVA bauen? Verbrennen? CO2 Klimawandel?), die löchrige Strasse ausbessern und die Berbaukollektiven und nicht etwa der Staat müssen wohl eine Kläranlage für die Stadt bauen.
"Alkoholismus sei unter den Mineuren weitverbreitet, die Mordrate hoch, und immerwieder übten die Bewohner Lynchjustiz."
Er hat noch die Prostituierten vergessen, die die Mineure wieder von ihrem Verdienst erleichtern. Und klar, die Prostituierten selbst sind ja dann auch wieder sexuell ausgebeutet. Wobei in einer 60'000 Menschen Stadt wohl auch ganze Familien wohnen. Lynchjustiz ist in ganz Südamerika (und sicher auch in Afrika und Teilen Asiens) ein Problem, so gibt es auch keine Fair Trade Bananen mehr oder Kaffee.
Man kann nicht von den "Collectivos" von armen Bergbauarbeitern erwarten, dass sie alle gesellschaftlichen Probleme lösen, nicht mehr Alkohol konsumieren (nach der Arbeit) etc.
Wenn man das will, dann muss man allen Bergbau ausschliesslich an professionelle (internationale, denn lokale interessieren die "Standards" nicht wirklich) Bergbaufirmen überlassen. Diese Firmen haben eher auch Projekte, in denen sie z.B. Bildung fördern, medizinische Versorgung verbessern. Die Strassen sind alleine schon wegen dem schweren Gerät das sie brauchen viel besser. Auch haben solche Firmen z.B. ein Interesse, dass ihre Mitarbeiter nicht Alkoholiker werden/sind und können z.B. schauen, dass sie die Siedlung etwas kontrollieren (z.B. Öffnungszeiten der Bars, Familiennachzug, etc.) und können eine Kläranlage hinstellen.
Die Sicherheitsstandards sind hoch, da z.B. in den Geschäftsberichten die grösseren Unfälle (Statistik) erwähnt werden.
Die NGOs kann man insofern loben, dass die Tatsache, dass der kleinste Zwischenfall zu einer grossen Kampagne gegen die Firma verwendet wird, dazu führt, dass ein internationaler Konzern sich gar keine Fehler mehr erlauben kann und das Möglichste tut um z.B. die Umwelt nicht zu verschmutzen.
Der Einsatz von Quecksilber findet dort nicht statt und das Zyanid wird zum Teil sogar recycled (ansonsten zerfällt es über eine gewisse Zeit).
Schweizer Raffinerien veredeln 2500 Tonnen Gold jedes Jahr – auch aus zweifelhaften Quellen, sagt Korruptionsjäger Mark Pieth.