18/08/2026
𝗘𝗹𝗲𝗸𝘁𝗿𝗼𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗥𝗮𝘂𝗺𝗮𝗸𝘂𝘀𝘁𝗶𝗸 𝗶𝗻 𝗱𝗲𝗿 𝗣𝗿𝗮𝘅𝗶𝘀 – 𝘄𝗮𝘀 𝘇𝘄𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲𝗻 𝗔𝘂𝘀𝘀𝗰𝗵𝗿𝗲𝗶𝗯𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗔𝗯𝗻𝗮𝗵𝗺𝗲 𝘄𝗶𝗿𝗸𝗹𝗶𝗰𝗵 𝘇ä𝗵𝗹𝘁.
Variable Nachhallsysteme sind technisch kein Neuland mehr. Die Frage ist selten „ob", sondern: Wie integriert man sie so, dass eine Tonabteilung im Alltag gerne damit arbeitet?
Ein paar Punkte aus unserer Planungspraxis:
1️⃣ 𝗣𝗿𝗲𝘀𝗲𝘁𝘀 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗯𝗲𝘁𝗿𝗶𝗲𝗯𝗹𝗶𝗰𝗵𝗲 𝗙𝗿𝗮𝗴𝗲, 𝗸𝗲𝗶𝗻𝗲 𝗮𝗸𝘂𝘀𝘁𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲.
Die RT-Kurven für Schauspiel, Kammermusik, Sinfonik, Musical oder Orgel lassen sich messtechnisch sauber definieren. Entscheidend ist aber, wer sie im Haus aufruft, wie schnell gewechselt werden kann und wie robust das System gegen Fehlbedienung ist. Wir stimmen die Preset-Struktur deshalb immer mit der Tonabteilung und der technischen Leitung ab.
2️⃣ 𝗟𝗮𝘂𝘁𝘀𝗽𝗿𝗲𝗰𝗵𝗲𝗿- 𝘂𝗻𝗱 𝗠𝗶𝗸𝗿𝗼𝗳𝗼𝗻𝗽𝗼𝘀𝗶𝘁𝗶𝗼𝗻𝗲𝗻 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗲𝗶𝗻 𝗞𝗼𝗺𝗽𝗿𝗼𝗺𝗶𝘀𝘀 𝗺𝗶𝘁 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗿𝗰𝗵𝗶𝘁𝗲𝗸𝘁𝘂𝗿.
Gerade im denkmalgeschützten Bestand – wie zuletzt im Zuschauerraum des Oldenburgischen Staatstheaters – ist jede Position eine Einzelfallentscheidung zwischen Akustik, Sichtlinien und Denkmalpflege. Die Planung läuft hier iterativ mit Bauherrn, Denkmalschutz, Haustechnik und uns R3.
3️⃣ 𝗦𝗶𝗴𝗻𝗮𝗹𝘃𝗲𝗿𝗮𝗿𝗯𝗲𝗶𝘁𝘂𝗻𝗴 𝘂𝗻𝗱 𝗥𝗲𝗴𝗲𝗹𝘀𝘁𝗿𝗮𝘁𝗲𝗴𝗶𝗲 𝗯𝗲𝘀𝘁𝗶𝗺𝗺𝗲𝗻 𝗱𝗲𝗻 𝗖𝗵𝗮𝗿𝗮𝗸𝘁𝗲𝗿.
Regenerative Systeme, nicht-regenerative Ansätze, Raumsimulation über FIR-Faltung – das sind keine Glaubensfragen, sondern Entscheidungen in Abhängigkeit vom Raumvolumen, der Grundnachhallzeit und der geplanten Verlängerung. Wir legen das gemeinsam mit den Beteiligten fest und prüfen vor Ausschreibung gegen die Nutzungsanforderung.
4️⃣ 𝗜𝗻𝘁𝗲𝗴𝗿𝗮𝘁𝗶𝗼𝗻 𝗶𝗻 𝗱𝗶𝗲 𝗯𝗲𝘀𝘁𝗲𝗵𝗲𝗻𝗱𝗲 𝗔𝘂𝗱𝗶𝗼𝗶𝗻𝗳𝗿𝗮𝘀𝘁𝗿𝘂𝗸𝘁𝘂𝗿.
Ein Nachhallsystem ist kein Inselsystem. Patch in die Dante-/AES67-Infrastruktur, Verriegelung mit der Havarieschaltung, GPIO-Anbindung an Steuerungen oder Inspizientenanlage – das sind die Themen, die am Ende über Akzeptanz im Betrieb entscheiden.
5️⃣ 𝗔𝗯𝗻𝗮𝗵𝗺𝗲 𝘂𝗻𝗱 𝗘𝗶𝗻𝗺𝗲𝘀𝘀𝘂𝗻𝗴 𝘀𝗶𝗻𝗱 𝗱𝗲𝗿 𝗔𝗻𝗳𝗮𝗻𝗴, 𝗻𝗶𝗰𝗵𝘁 𝗱𝗮𝘀 𝗘𝗻𝗱𝗲.
Die Feinjustage der Presets passiert in der Nutzung. Zudem hat es sich bewährt, auch mit den Musikern in Form von Proben das System zu justieren, bzw. einzumessen. Wir planen schon zu Projektbeginn mit ein und dokumentieren Änderungen so, dass sie für alle nachvollziehbar bleiben.
Elektronische Raumakustik funktioniert dann gut, wenn sie nicht als Produkt verkauft, sondern als Werkzeug geplant wird – für Menschen, die damit täglich arbeiten.
Wie sind Eure Erfahrungen? Wo hakt es im Betrieb – an der Technik, an der Bedienung oder an der Abstimmung zwischen Planung und Haus?