22/02/2026
🏗️ 𝗔𝗯𝗿𝗶𝘀𝘀 𝗼𝗱𝗲𝗿 𝗩𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗯𝘂𝗻𝗴? 𝗛𝗮𝘂𝘀 𝗦𝗲𝗲𝗯𝗹𝗶𝗰𝗸 𝗮𝗺 𝗕𝗿𝗼𝗱𝘁𝗲𝗻𝗲𝗿 𝗦𝘁𝗲𝗶𝗹𝘂𝗳𝗲𝗿 – 𝗲𝗶𝗻𝗲 𝘁𝗲𝗰𝗵𝗻𝗶𝘀𝗰𝗵𝗲 𝗔𝗹𝘁𝗲𝗿𝗻𝗮𝘁𝗶𝘃𝗲 𝘀𝘁𝗲𝗵𝘁 𝗯𝗲𝗿𝗲𝗶𝘁
Die Stadt Lübeck hat am 19. Februar mit den Vorbereitungen zum Abriss des Hauses Seeblick am Brodtener Steilufer begonnen. Das Gebäude steht direkt an der Abbruchkante – die Gefahrenlage ist akut.
Doch es gibt einen technisch spannenden Alternativvorschlag: Das Spezialtiefbau-Unternehmen 𝗘𝗥𝗞𝗔 𝗣𝗳𝗮𝗵𝗹 GmbH aus Baesweiler bei Aachen hat dem Eigentümer angeboten, das 𝗸𝗼𝗺𝗽𝗹𝗲𝘁𝘁𝗲 𝗚𝗲𝗯𝗮̈𝘂𝗱𝗲 𝘂𝗺 𝟮𝟬 𝗠𝗲𝘁𝗲𝗿 𝗹𝗮𝗻𝗱𝗲𝗶𝗻𝘄𝗮̈𝗿𝘁𝘀 𝘇𝘂 𝘃𝗲𝗿𝘀𝗲𝘁𝘇𝗲𝗻.
𝗦𝗼 𝗳𝘂𝗻𝗸𝘁𝗶𝗼𝗻𝗶𝗲𝗿𝘁 𝗱𝗶𝗲 𝗩𝗲𝗿𝘀𝗰𝗵𝗶𝗲𝗯𝗲-𝗧𝗲𝗰𝗵𝗻𝗶𝗸
Hendrik Jansen, Geschäftsführer und Gesellschafter von ERKA Pfahl, beschreibt den Ablauf laut den Lübecker Nachrichten so: Vor dem Gebäude wird eine Fundamentplatte als Gleitfläche erstellt. Auf Höhe der Bodenplatte wird eine Stahlkonstruktion mit Zugstäben eingebracht. Diese werden in ein Widerlager vor dem Haus geführt, gegen das sich Hydraulikpressen abdrücken. So wird das Gebäude in Schüben von ca. 15 Zentimetern Stück für Stück auf den neuen Standort gezogen.
Die Besonderheit bei Haus Seeblick: Wegen der Nähe zur Abbruchkante ist ein klassisches Schieben nicht möglich. Stattdessen wird das Gebäude gezogen – ein Verfahren, mit dem ERKA Pfahl bereits Erfahrung hat, wie Jansen betont. Eine Verschiebestrecke von bis zu 30 Metern ist laut dem Fachmann realistisch.
𝗞𝗼𝘀𝘁𝗲𝗻 𝘂𝗻𝗱 𝗭𝗲𝗶𝘁𝗿𝗮𝗵𝗺𝗲𝗻
Allein das reine Versetzen würde rund 100.000 Euro kosten – hinzu kommen die Herstellung der Fundamentplatte und die fachliche Begleitung durch einen Architekten. Die Umsetzung wäre laut Jansen bei reibungslosem Ablauf in sechs Wochen machbar.
ERKA Pfahl hat diese Technik bereits erfolgreich eingesetzt – unter anderem bei einer Hausverschiebung in Bad Oeynhausen über knapp 30 Meter und bei einer Zieh-Verschiebung eines Einfamilienhauses um 5,4 Meter mit einer Endtoleranz von nur 1 Millimeter.
𝗪𝗮𝗿𝘂𝗺 𝗱𝗶𝗲𝘀𝗲𝗿 𝗙𝗮𝗹𝗹 𝗿𝗲𝗹𝗲𝘃𝗮𝗻𝘁 𝗶𝘀𝘁
Ob die Verschiebe-Lösung in Travemünde noch zum Einsatz kommen kann, ist offen. Das Verwaltungsgericht Schleswig hat den Abriss bereits angeordnet, und das prognostizierte Tauwetter verschärft die Gefahrensituation zusätzlich.
Spannend bleibt der Fall trotzdem – als Praxisbeispiel dafür, dass der Spezialtiefbau technisch ausgereifte Alternativen zum Abriss bieten kann.
📰 Den vollständigen Bericht der Lübecker Nachrichten vom 18.02.2026 lesen Sie hier (Paywall):
👉 https://www.ln-online.de/lokales/luebeck/brodtener-ufer-haus-seeblick-versetzen-eigentuemer-traeumt-weiter-von-rettung-7U64J7DSONDLZC3QSWGB3DEWFI.html?outputType=valid_amp
Das Ende scheint nah: Lübeck bereitet den Abriss von Haus Seeblick am Brodtener Steilufer vor. Der Eigner möchte das Haus mit einem spektakulären Plan retten. Ein Spezialunternehmen könnte es als Ganzes um 20 Meter nach hinten versetzen. Wie das funktionieren soll.