08/06/2026
Rentkammer Wächtersbach – wenn Stahl zur Millimeterarbeit wird
Im Abteil „kleines L” wurden die neuen Treppenhausgeländer montiert. Was auf den ersten Blick selbstverständlich wirkt, war in Wahrheit eine der anspruchsvollsten Aufgaben der Sanierung.
Umgesetzt wurde es in Zusammenarbeit mit der Kunst und Bauschlosserei Schmidt. Insgesamt rund 3,8 Tonnen Stahl wurden verarbeitet, darunter etwa 22 Meter Designer-Geländer aus 10 mm Stahlblech. Jedes einzelne Teil wurde speziell für seinen Einbauort konstruiert. Schon wenige Millimeter Abweichung, und die Bauteile hätten sich nicht mehr ins Treppenhaus einbringen lassen.
Auch die Montage hatte es in sich. Die schwersten Elemente wogen bis zu 240 Kilogramm, die meisten lagen zwischen 140 und 180. Für die engen Platzverhältnisse im historischen Treppenhaus gab es keine herkömmliche Lösung, also entwickelte das Team ein eigenes Hebekonzept mit zwei Schwenkkränen und elektrischen Seilwinden, um die Bauteile über mehrere Geschosse hinweg millimetergenau in Position zu bringen.
Das Ergebnis wirkt heute wie aus einem Guss und fügt sich ruhig in das modernisierte Denkmal ein. Genau das ist oft das größte Kompliment an eine technisch so aufwendige Sonderanfertigung.