16/06/2026
Ein modernes Stromsystem braucht Backup-Kraftwerke UND (!) Batteriespeicher. Gaskraftwerke allein sind deutlich teurer, als wenn parallel auch in Speicher investiert wird. Das zeigt eine Analyse, die dem Handelsblatt vorliegt.
Ganz ehrlich? 🙄 Uns wundert das nicht!
Schließlich ist seit Langem bekannt: Strom aus Gas ist der teuerste Strom im deutschen Energiesystem. Entsprechende Kraftwerke sollten also möglichst selten laufen. Batteriespeicher können gerade bei der kurzfristigen Speicherung und dem Ausgleich von Schwankungen (bis etwa 10 Stunden) eine deutlich wirtschaftlichere Lösung sein und in vielen Fällen zusätzliche Gaskraftwerke überflüssig machen.
Braucht es also keine Backup-Kraftwerke? Doch, natürlich. Sie werden auch langfristig benötigt. Angesichts ihrer hohen Investitions- und Betriebskosten sollten sie aber auf das notwendige Maß begrenzt werden und perspektivisch mit grünen Gasen betrieben werden können. Sonst wäre das ungefähr so, als würde man sich 2026 noch einen Verbrenner kaufen. 😏
Fazit: Es braucht beide Technologien und die viel beschworene Technologieoffenheit. Einseitigkeit führt nur zu Schieflagen.
Wenn neben Versorgungssicherheit insbesondere die Kosteneffizienz im Zentrum der Energiepolitik stehen soll, müsste Katherina Reiche eigentlich großes Interesse daran haben, Batteriespeicher bei künftigen Ausschreibungen mitzudenken. Sollte man meinen. 🙃
Ein Schlechtreden von Speicherlösungen, wie laut Spiegel-Recherche vom Bundeswirtschaftsministerium bei EnBW „bestellt“, nützt hingegen vor allem den Betreibern von Gaskraftwerken. Deren Interessen kommt die aktuelle Kraftwerksstrategie ohnehin bereits recht weit entgegen. Wir plädieren weiterhin eher für eine Absicherungspflicht, die Versorgungssicherheit technologieoffen, effizient und marktwirtschaftlich organisiert.
Hier gibt’s den Artikel (€):
https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/energie-das-speicher-dilemma-koennen-batterien-gaskraftwerke-ersetzen/100214992.html
*Dass gute Energiepolitik neben Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz auch Klimaschutz berücksichtigen sollte, lassen wir an dieser Stelle einfach mal so stehen. 😉