1939 gründet Ludwig Meister mit seiner Frau Anna ein Handelsunternehmen für Wälzlager und Fahrzeugteile. Bald 80 Jahre später führt seine Familie die Firmentradition bereits in der dritten Generation fort. Und das erfolgreicher denn je: Aus dem einfachen Handelsbetrieb entstand ein Branchenführer mit über 300 Mitarbeitern an 11 Standorten.
Deutschland steht vor Beginn des Zweiten Weltkrieges, als Ludwig Meister mit seiner Frau Anna 1939 in der Münchener Goethestrasse unweit des Hauptbahnhofes ein Handelsunternehmen für Wälzlager und Fahrzeugteile gründet. Bald darauf wird die junge Firma auf eine harte Probe gestellt. Nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen im September 1939 wird Ludwig Meister zum Militär eingezogen. Er erteilt 1940 seiner Frau Anna die Generalvollmacht für das Unternehmen.
Anna Meister führt den Betrieb alleine durch die Kriegsjahre. Als die bayerische Hauptstadt von den Alliierten bombardiert wird, evakuiert sie das Unternehmen in die Chiemgauer Firmenräume von Ludwig Meisters engstem Freund Karl Freilinger.
1946 wird das Unternehmen in der Hübnerstrasse im Münchner Stadtteil Neuhausen wiedereröffnet. Kurz darauf erfolgt der Umzug in die Volkartstrasse 48.
Wirtschaft im Aufbruch 1954 - 1968
Die 1950er Jahre sind geprägt von Aufbruchsstimmung im Westen Deutschlands. Industrie, Handel und Dienstleistung florieren, der Export brummt. Schon bald herrscht Vollbeschäftigung. Man leistet sich einen bescheidenen Wohlstand mit ersten Fernsehern, Waschmaschinen und Auto. Und auch das Handelsunternehmen von Ludwig und Anna Meister floriert. Während 1954 im schweizerischen Bern das deutsche Fußballwunder seinen Lauf nimmt, kommt auch bei Ludwig Meister in München Bewegung ins Spiel. In der Volkartstrasse 48 wird es eng, deshalb werden die Räumlichkeiten der Volkartstrasse 50 hinzuerworben und das Gebäude ausgebaut. Und der Aufschwung hält an: 1956 erweitert Ludwig Meister sein Sortiment um Werkzeuge für die verarbeitende Industrie.
Führungswechsel, EDV und Hydraulikerfolge 1969 - 1980
Während seine Generation gegen das Establishment protestiert und Kommunen gründet, übernimmt Peter L. Meister 1969 eine Firma: Mit nur 24 Jahren muss der Student das elterliche Unternehmen führen, als sein Vater im Alter von 61 Jahren stirbt. Anfang der 1970er Jahre entspannt sich das politische Verhältnis zwischen Ost und West und in München sorgen die Olympischen Spiele 1972 für weiteren wirtschaftlichen Aufschwung. Aber es folgen auch schwierige Zeiten: Ölkrise, Wirtschaftskrise, Kurzarbeit in vielen Unternehmen. Auch Ulrike und Peter L. Meister müssen sich mit dieser Problematik intensiv auseinandersetzen. Ulrike Meister tritt 1975 ins Unternehmen ein und übernimmt dort Mitte der 80er Jahre die Personalleitung. In der Folgezeit expandiert Ludwig Meister weiter.
Der technische Fortschritt in Form von immer kleineren Computern statt Großrechnern zieht auch bei Ludwig Meister ein. 1979 wird das erste EDV-System in der Firma eingeführt - die elektronische Datenverarbeitung löst die Karteikarten ab. Und weitere wichtige Weichenstellungen für die Zukunft erfolgen: Das Unternehmen gründet den Hydraulikbereich und erschließt sich so weitere Industriekunden. Bereits 1980 projektiert und baut Ludwig Meister erstmals eigene Hydraulikaggregate. Damit gelingt den Technikern im Unternehmen ein entscheidender Meilenstein in der Unternehmenshistorie.
Vom Händler zum technischen Handelsunternehmen 1981 - 2000
In den 1980er Jahren - Anrufbeantworter, Mikrowellenherde und CD-Spieler halten Einzug in private Haushalte - richtet sich auch Ludwig Meister neu ein: 1981 baut das Unternehmen eine neue Firmenzentrale am Frankfurter Ring in München. Dort wird auch das erste Palettenregal aufgebaut. Nach 44 Jahren verabschiedet sich Ludwig Meister vom Handel mit Fahrzeugteilen und wird ein rein technisches Handelsunternehmen für die Industrie. Und das baut der Firmenlenker geschickt und strategische weiter aus. Niederlassungen in Regensburg und Augsburg helfen ab 1987/88 wichtige Großkunden vor Ort noch besser zu betreuen.
In den 1990er Jahren wird aus schweren Autotelefonen das “Handy” und auch das Internet beginnt seinen Siegeslauf. Auch bei Ludwig Meister ist “vernetzen” ein wichtiges Stichwort: 1993 setzen sich 26 Unternehmen zusammen und rufen den PRECITOOL Werkzeughandel ins Leben. Das Werkzeugsortiment wird dadurch um Handwerkzeuge, Betriebseinrichtungen und Arbeitsschutz erweitert. 1995 startet für Ludwig Meister mit Bearing Partners auch die erste Kooperationgesellschaft im Bereich Antriebstechnik. 11 Jahre später wird sie durch die Kooperationsgesellschaft O.N.E. ersetzt. Zudem erhält Ludwig Meister ein für die Industrie enorm wichtiges Siegel: das Unternhemen wird nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert. Durch den Erwerb der Just & Co. kommen weitere Filialen In Frankfurt und Aschaffenburg dazu.
Neue Standorte, neue Generation 2001 - 2011
Wirtschaftlich sind die Nachwehen der geplatzten Internet-Blase überstanden. Es zählen wieder solide Werte, auf die Ludwig Meister seit jeher setzt. 2001 entsteht der Neubau der Firmenzentrale in der Otto-Hahn-Strasse in Dachau - dem heutigen Sitz des Unternehmens. Und Ludwig Meister investiert in den Ausbau seines Unternehmens. 2003 erwirbt die Firma die Mangold GmbH in Kempten und die Mangold Kugellager GmbH in Neu-Ulm.
Aber das Jahr 2003 steht auch für einen weiteren Meilenstein in der Firmenhistorie: Mit Elisabeth und Max Meister tritt die dritte Generation der Familie in das Unternehmen ein. Damit sind drei Generationen unter dem Dach der Firma vereint, denn bis Ende 2004 arbeitet die damals 87-jährige Firmengründerin Anna Meister noch in der Buchhaltung.
2006 wird das Sortiment sukzessive um Antriebselemente wie Ketten, Riemen, Kupplungen, Zahnräder und Welle-Naben-Verbindungen erweitert und mit Übernahme der Ketten-Wild GmbH ausgebaut. Mit der Bankenkrise 2008/09 brechen auch harte Zeiten für Ludwig Meister an: 2009 bricht der Umsatz um 28 Prozent ein. Es gibt Kurzarbeit, aber keine Entlassungen!
Im selben Jahr werden Elisabeth Meister, Enkelin des Firmengründers - und Gerd Mayer zu Geschäftsführern ernannt und leiten zusammen mit Peter L. Meister das Unternehmen. 2010 bringt weitere wichtige Neuerungen: die Verschmelzung mit den Tochterunternehmen Mangold, Just & Co. und Ketten Wild zur Ludwig Meister GmbH & Co. KG. Zudem erweitert Ludwig Meister auch seinen Servicebereich: Mit Dienstleistung plus geht ein Programm an den Start, das den Fokus auf die Verlängerung der Prozessoptimierung in die Betriebe der Kunden setzt. Und 2011 vervollständigt Ludwig Meister durch die Aufnahme von Pneumatik-Produkten das Fluidtechnik Angebot.
Investition für die Zukunft 2012 - heute
Die Wirtschaft ist 2012 geprägt vom großen Kater nach der Finanz- und Eurokrise. Der größte Teil Europas steckt in der Schuldenkrise. China wird das wichtige Zugpferd der weltweiten Wirtschaft. In dieser Zeit investiert Ludwig Meister weiter in die Zukunft: Ab 2012 wird die Lagerhalle in Dachau ausgebaut und die Leistung im Wareneingang und -ausgang gesteigert. Gleichzeitig steigt Max Meister, ebenfalls Enkel des Firmengründers, in die Geschäftsführung ein. Das Unternehmen wächst weiter durch den Mehrheitserwerb der Firma Rheinwerkzeug in Mainz, Hof und Neuwied. Anfang 2014 der nächste große Wurf: das automatische Behälterlager (AutoStore) in Dachau wird mit völlig neuer Prozessführung in Betrieb genommen. Zusammen mit einer zukunftsgerichteten Digitalisierungsoffensive entsteht so ein richtungsweisend effizienter Waren- und Datenfluss: Die taggleiche Auslieferung eingegangener Aufträge wird bei Ludwig Meister ebenso zum Standard, wie eine Optimierung der Verfügbarkeit von Teilen für System-Kunden im Sinne proaktivem Lagermanagements. 2014 feiert Ludwig Meister sein 75-jähriges Bestehen mit einem mehrtägigen Fest mit Kunden, Lieferanten, Mitarbeiten und deren Familien.