Mit dem Eintritt in das Schwabenalter am 15.03.2001 ist das Zimmergeschäft Fetzer nicht nur jung geblieben, firmiert unter einem neuen Namen, sondern seit dieser Zeit steht dem Betrieb auch eine junge dynamische Mannschaft vor. Erwin Fetzer übergab nach vierzig Jahren am 01.01.2001 den Betrieb an seinen Sohn Volker. Auch Seniorchefin Marliese, die dahin den kaufmännischen Teil abwickelte, trat in
das zweite Glied zurück. Aus dem bisherigen Namen wurde „Holzbau Fetzer GmbH“. Vieles hat sich in der Neuzeit geändert. Während beim Vater Erwin Planung und technische Vorbereitung meistens Handbetrieb war, aufreißen, anlegen, rechnerischen Abbund von der Zeichnung bis zum fertigen Dach, hat unter der neuen Führung auch der Computer Einzug gehalten. Doch eines ist nach wie vor von großer Bedeutung der Einkauf von trockenem sauberen Bauholz. Angefangen hat Erwin Fetzer mit der Lehre bei der Firma Franz Weiß in Gosheim. Nach kurzer Gesellenzeit und Arbeit bei der Firma Werner Haller in Aldingen wanderte er aus und begab sich in die Schweiz, um Neues zu lernen und vor allem besser zu verdienen. Gallener Betrieb, dem noch eine Schreinerei angegliedert war, erhielt er in den drei Jahren noch einen Einblick in die Arbeit des Schreiners. Nach fünf Jahren reichte das Geld. Es wurde um die junge Kronenwirtin angehalten und geheiratet. Die erste Werkstatt entstand im Kronenschopf. Und dann begann für den jungen Zimmermann eine harte Zeit. Im Sommer wurde gearbeitet, um die Familie zu ernähren und im Winter büffelte er in der Meisterschule in Reutlingen. Am 05.04.1960 erhielt Erwin Fetzer den Meisterbrief. Die Bautätigkeit hatte Hochkonjunktur und das Zimmergeschäft florierte. Längst wurde die Werkstatt auch in die leer stehende Scheune der Krone verlagert bis 1965 die neue große Werkstatt mit Wohnhaus in der Lachenstraße bezogen werden konnte. Eines war sich Erwin Fetzer sicher, einen Betrieb aufzubauen sei leichter als einen zu übernehmen und weiterzuführen. Bald musste der erste Arbeiter, Zimmermann Eugen Dreher, eingestellt werden, denn überall in Denkingen wurde gebaut. Dass Eugen Dreher 30 Jahre in dem Betrieb arbeitete bestätigte ein gutes Arbeitsklima. Der Hochbau blühte. Bald musste auch ein Ziegelaufzug und Kran gekauft werden. Die Zimmerei platzte aus allen Nähten. 1975 wurde der Querbau errichtet, in den strengen Wintern wurden Treppen gebaut und aus Platzmangel in der früheren Schreinerei Karoline Drehers, deponiert und gelagert. Katholischer Kindergarten St. Paul, Friedhofskapelle, Leichenhalle, Evangelisches Gemeindehaus, Möbelhalle Fetzer waren zur damaligen Zeit Großobjekte, die vom Zimmergeschäft Fetzer ausgeführt wurde. Obwohl immer mal wieder Mangelware an Arbeitskräften war, mit den eingestellten Arbeitern hat die Zimmerei immer Glück gehabt. Doch durchwanderte der Betrieb zwischendurch auch Höhen und Tiefen. Sieben Lehrlinge wurden während den vierzig Jahren ausgebildet. Für 25-jährige Zugehörigkeit wurde Erwin Fetzer am 15.03.1986 von der Industrie- und Handelskammer für seine beruflichen Leistungen ausgezeichnet. Am 05.04.2000 wurde ihm der goldene Meisterbrief der Deutschen Handwerkskammer für 40 Jahre Meister im Zimmerhandwerk ausgehändigt. Seit 1. Januar 2001 ist Erwin Fetzer regelrecht „Rentner. Er kann jetzt schaffen oder auch in der Sonne liegen. Doch wer mit seinem Betrieb so verwurzelt ist, wie Zimmermann Fetzer, ist auch in seinem Rentnerleben jeden Tag auf Achse. Er unterstützt seinen Sohn und Betriebsnachfolger Volker mit Rat und Tat, was dieser gerne annimmt. Dieser kennt seinen Vater, denn er erhielt von ihm eine solide Ausbildung, worauf er mächtig stolz sein kann. Den letzten Schliff und die Führungsqualitäten, die vom eigenen Vater doch nicht so übernommen werden, erhielt Volker Fetzer im Aichhaldener Betrieb Holz- und Treppenbau Herzog. Bereits seit 1994 besitzt der Juniorchef nun die Meisterqualität, hat den Energieberater in der Tasche und kann Fertighäuser erstellen. So nebenbei werden auch Dächer umgedeckt, isoliert und Dachausbauten durchgeführt. Kurz nach dem 40jährigen Betriebsjubiläum 2001 wurde eine Fertigungshalle mit 20 x 25 m und 1200 qm umbauter Fläche fertiggestellt.