16/07/2015
Photovoltaik bleibt weiterhin ein interessantes Geschäftsfeld für die Landwirtschaft. Neben den Modulpreisen sinken auch die Preise für Solarstromspeicher, die immer mehr in die Massenproduktion gehen. „Trotzdem sollte jeder Solaranlagenbesitzer genau rechnen und gut planen, wie er seinen Eigenstrombedarf mit einer Solarstromanlage und eventuell einem zusätzlichen Speicher decken kann“, berichtete Malte Sandmeyer von der Sandmeyer GmbH (Oberndorf, Landkreis Cuxhaven/Niedersachsen) bei den "Tarmstedter Gesprächen" während der Tarmstedter Ausstellung am vergangenen Wochenende.
Sandmeyer, der viele Landwirte bezüglich Solarstrom berät, hat die Eigenstromversorgung am Beispiel eines Milchviehhalters mit Boxenlaufstall und zwei Melkroboter berechnet. Zum optimalen Eigenverbrauch reicht dafür eine Solaranlage mit 27,3 kW Anlagenleistung aus. Beim Strombezug hat er einen Preis von 21 Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh) angenommen sowie eine Strompreissteigerung von 3 % pro Jahr. Die Einspeisevergütung nach EEG würde für den Betrieb bei 12,16 ct/kWh liegen. Weitere Parameter: 15 Grad Dachneidung, Südausrichtung, 60.000 kWh Stromverbrauch im Jahr.
Die Solaranlage erzeugt im Jahr rund 25.600 kWh Strom. Davon kann der Betrieb 73 % selbst verbrauchen (18.700 kWh) bzw. 31 % seines gesamten Strombedarfs über Solarstrom decken. Ohne Solaranlage hätte er jährlich 17.000 € für Strom ausgegeben. Mit Solaranlage einschließlich Wartungs- und Reparaturkosten spart er jährlich rund 5000 € ein. Davon sind noch die eventuellen Finanzierungskosten abzuziehen. Unter diesen Voraussetzungen hätte sich eine Anlage in 7,75 Jahren amortisiert. Der selbst erzeugte Strom würde den Betrieb etwa 7,75 ct/kWh kosten.
Auch Ost-West-Dach interessant
Belegt er die Anlage dagegen auf einem Ost-West-Dach, würde sie schon früher am Morgen und später am Nachmittag noch Strom erzeugen als bei reiner Südausrichtung. Die Eigenverbrauchsquote würde sich auf 78 % erhöhen, die Amortisationszeit trotz geringerer Stromproduktion nur auf 7,5 Jahre erhöhen, der selbst erzeugte Strom würde 8 ct/kWh kosten. „Mit einem Speicher können Betriebe nicht nur Erzeugungsspitzen vom Mittag in die Nacht verschieben, sondern auch eine Notstromversorgung aufbauen“, berichtet Sandmeyer. Zudem könnte sich die Ökostromproduktion auch für das Marketing nutzen lassen nach dem Motto: „Wir erzeugen Milch mit grünen Strom“.