09/07/2026
Charles Martin Hall: Vom Holzschuppen zur Weltindustrie
Heute vor 140 Jahren, am 9. Juli 1886, reichte der 22-jährige Charles Martin Hall in Oberlin, Ohio, ein Patent ein, das die Aluminiumherstellung für immer verändern sollte. Sein Labor: ein Holzschuppen hinter dem Elternhaus. Seine Ausrüstung: selbstgebaute Batterien, eine eiserne Bratpfanne und das Mineral Kryolith. Mit dieser improvisierten Anordnung gelang ihm, was zuvor als kaum wirtschaftlich galt – die elektrolytische Aufspaltung von Aluminiumoxid.
Aus der Handvoll Aluminiumstücke, mit denen Hall potenzielle Geldgeber überzeugte, wurde die Pittsburgh Reduction Company – und aus einem studentischen Experiment eine Industrie, die Fahrzeuge leichter, Gebäude widerstandsfähiger und Verpackungen recycelbar machte.
Das Grundprinzip von damals, die Elektrolyse von Aluminiumoxid, ist bis heute die Basis der Primäraluminiumproduktion – auch an unseren Standorten. Was sich seither verändert hat: die Energieeffizienz der Anlagen, der Umgang mit Ressourcen und der Stellenwert des Recyclings. Wo Hall nach einem Weg suchte, Aluminium überhaupt herstellbar zu machen, arbeiten wir heute daran, es mit möglichst wenig Energie und einem wachsenden Anteil Sekundärmaterial zu produzieren.
Ein Holzschuppen als Ausgangspunkt einer Industrie, die 140 Jahre später vor allem eine Frage beschäftigt: wie sich der Werkstoff der Zukunft ressourcenschonend herstellen lässt.
Wer mehr über Halls Geschichte erfahren möchte: Der WDR hat sie in der Reihe „Zeitzeichen“ aufgearbeitet – nachzuhören unter https://ow.ly/N9jO50ZlSNY
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