15/07/2025
Meine Gedanken zum diesjährigen Jahrgedächtnis der Flutkatastrophe an der Ahr:
Nachdem wir gestern Abend in Sinzig gemeinsam einen ökumenischen Gottesdienst zum Gedenken an die Opfer der Flut abgehalten haben, folgte ich einer Einladung zum anschließenden Gedankenaustausch. Ein Thema war die ständige, lautstarke Verbreitung von Fake News, insbesondere in sozialen Netzwerken, die immer noch behaupten, die Flutopfer hätten kaum Unterstützung erhalten. Es wird unterstellt, dass Spenden in „falsche Kanäle“ wie die Ukraine fließen und die Politik für das Desaster verantwortlich sei.
Dieses Framing hat seinen Ursprung in destruktiven Bewegungen, die gezielt unsere demokratischen Strukturen destabilisieren, wenn nicht sogar zerstören wollen. Die Motive dahinter sind vielfältig, aber unzweifelhaft von zerstörerischer Natur.
Zahlreiche seriöse Plattformen und Medien – wie etwa der General-Anzeiger Bonn – berichten sachlich und mit Fakten darüber, welche Summen bereits für Wiederaufbauprojekte ausgegeben wurden und welche weiteren Hilfsmaßnahmen noch geplant sind. Auch ich kann dies für Sinzig bestätigen: Im Stadtrat haben wir bereits viele Projekte zur Wiederherstellung und zum Wiederaufbau auf den Weg gebracht. Natürlich geht nicht alles von heute auf morgen. Dies liegt nicht nur an bürokratischen Hürden, sondern auch daran, dass es schwierig ist, geeignete Unternehmen für Wiederaufbauprojekte zu finden. Darüber hinaus sorgt die Bürokratie dafür, dass Spenden nicht missbraucht werden können – ein Aspekt, der häufig unterschätzt wird. Bürgermeister Andreas Geron informierte mich gestern, dass bereits über 97 % der gespendeten Gelder in Sinzig verteilt wurden. Der Rest wurde von den betroffenen Bürgern aus unterschiedlichen Gründen noch nicht abgerufen.
Ich appelliere deshalb an alle, die solche unreflektierten und unbelegten Behauptungen verbreiten, sich vor einer weiteren Verbreitung solcher Informationen intensiv und sorgfältig auf den verschiedenen Plattformen zu informieren. Ungeprüfte Falschnachrichten schaden der demokratischen Kommunikation und dem ungestörten Wiederaufbau im Ahrtal. Am Ende sind es immer die Flutbetroffenen, die am meisten unter dieser Art der Desinformation leiden.
(Screenshot: General-Anzeiger Bonn vom 15.07.25 – aus urheberrechtlichen Gründen wurde der Text unkenntlich gemacht.)