09/04/2026
Es ist ein Gesamt-Reformkonzept nötig statt der aktuellen Debatte über Einzelmaßnahmen!
Die aktuelle wirtschaftliche und geopolitische Lage erhöht den politischen Handlungsdruck weiter und führt die Notwendigkeit von raschen und grundsätzlichen Reformen noch deutlicher vor Augen, so Jörg Dittrich, Präsident beim Zentralverband des Deutschen Handwerks, im Interview mit t-online.
Als Folge des Krieges im Iran und im Nahen Osten komme es zu einer weiteren und zusätzlichen Kostenexplosion im Handwerk. Energie- und lohnintensive Gewerke spürten derzeit den größten Druck. Die Auswirkungen gingen an die Substanz der Betriebe. Arbeitsplätze und Fachkräftekapazitäten, die für zentrale Zukunftsaufgaben wie die Energie- und Mobilitätswende oder den Wohnungsbau dringend benötigt werden, gingen verloren. Allein 2025 ist die Beschäftigtenzahl im Handwerk um 66.000 gesunken, vor allem auch, weil viele Betriebe sich diesem gewachsenen Druck nicht weiter aussetzen und schließen.
„Die Belastbarkeit unserer Wirtschaft ist nicht unendlich. Das Immunsystem gegenüber Krisen ist aufgebraucht“, so der Handwerkspräsident. Für den notwendigen Aufbruch brauche es daher jetzt endlich ein Gesamtreformpaket, das daran gehe, die strukturellen Schwächen zu beseitigen. Doch stattdessen würden derzeit vor allem Debatten über Einzelmaßnahmen zur Steigerung von Einnahmen geführt.
„Wo ist das Gesamtkonzept für mehr Wachstum? Wo ist die Ausgabenkritik und eben nicht nur die Einnahmeseite? Wo ist die Antwort auf die Frage, was nach Reformen für den hart arbeitenden Leistungsträger übrigbleibt?“, fragt der ZDH-Präsident.
Statt Reformansätze in einer Einzelmaßnahmendebatte zu zerreden, muss es laut Dittrich jetzt darum gehen, vorhandene Mittel wirksam einzusetzen, Betriebe zu entlasten und ein tragfähiges Gesamtkonzept vorzulegen, das auf Wachstum und mehr Eigenverantwortung ausgerichtet ist. Nur so könne die Basis für einen selbsttragenden Aufschwung gelegt und wieder wirtschaftliche Dynamik erreicht werden.
Interview: https://www.zdh.de/presse/veroeffentlichungen/interviews-und-statements/gesamtreformkonzept-noetig-statt-aktueller-einzelmassnahmendebatte/
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