18/08/2026
Gegenüberliegend der Vierradenmühle findet sich am östlichen Ufer der Neiße in Görlitz die Dreiradenmühle. Die historische Wassermühle, 1273 wird die Mühle das erste Mal im Kurbuch Scultetus erwähnt, mit ursprüngich drei Mühlrädern trieb eine Getreidemühle an und diente den Tuchmachern und Gerbern als Walkmühle. Die Mühle wurde viele Male erneuert, wurde von Bränden und dem Hochwasser der Neiße heimgesucht. 1816 eine Sensation, gründete der Kaufmann Maurer am östlichen Neißeufer mit einer Tuchfabrik den ersten Industriebetrieb in der Stadt Görlitz. Die alten Schlote rauchen lange nicht mehr. Das Quartier hat sich gewandelt.
Schwere Zerstörung erfuhr die Mühle beim Brand am 18./19. Mai 1925. Sie brannte komplett ab, aber der damalige Besitzer Paul Welzel ließ sie wieder aufbauen und 1938 um einen Getreidespeicher ergänzen. Dem letzten großen Brand geschuldet, wurden Teile der Dreiradenmühle im Dezember 1965 Opfer des Feuers.
Der heutige Zustand der Anlagen in der Nachbarschaft gibt Grund zur Sorge. Verwahrlost, Brandgeschädigt, neigt sich die Dachkonstruktion der Straßennummer 4 erheblich nach unten. Der Totalverlust der Bausubstanz ist zu befürchten, nachdem vieles von der Ursprünglichen Bebauung am Ostufer in Folge des 2. Weltkriegs dem Verfall preisgegeben wurde und heute zahlreiche Lücken klaffen in der Bebauung der alten Breslauer Straße / ul. Wroclawska.
Mit dem Haus Breslauer Straße 4 verbunden ist die Fertigung von Makkaroni- und Nudelfabrik, von den 1880er Jahren angefangen, bis zum Ende des 2. Weltkrieges. In polnischer Zeit war ein Textilkombinat auf der Adresse zu finden, bis zur Abwicklung des Betriebes.
Mit einer Sanierung die lange her ist, sind seit 2017 Dachneigung und Abbrüche bemerkbar, die zum vollständigen Einsturz unweigerlich führen werden - letzteres ein Kampf der polnischen Verwaltung, um Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten gegenüber dem Eigentümer.