03/06/2026
Aus einem ehemaligen landwirtschaftlichen Hof in Leutkirch im Allgäu ist ein gemeinschaftliches Wohnprojekt entstanden, das bewusst auf Nähe und Eigenständigkeit gleichzeitig setzt.
Sechs Familien entwickelten gemeinsam die Idee, den nicht mehr bewirtschafteten Marienhof in ein Wohnensemble zu transformieren, das Nachbarschaft strukturell unterstützt. Für GMS ARCHITEKTEN PartGmbB lag der Fokus darauf, aus der vorhandenen Hofstruktur einen klar lesbaren, gemeinschaftlichen Raum zu formen und gleichzeitig individuelle Wohnqualitäten zu sichern.
Die neue Bebauung orientiert sich konsequent am zentralen Hof. Er bildet das räumliche und soziale Zentrum der Anlage. Das bestehende Stallgebäude wurde erhalten und in das Ensemble integriert, wodurch die historische Identität des Ortes weiterlesbar bleibt.
Die Wohnhäuser sind so positioniert, dass differenzierte Blickbeziehungen, gute Besonnung und geschützte Außenräume entstehen. Großzügige Grünflächen, Obstbäume und der zentrale Brunnen strukturieren die Freianlagen und schaffen alltägliche Orte der Begegnung, ohne diese zu inszenieren.
Entscheidend war die frühe Definition der städtebaulichen Grundstruktur. Aus ihr heraus entwickelt sich ein System aus Privatheit und Gemeinschaft, das nicht auf Zufall basiert, sondern auf räumlicher Klarheit.
Das Projekt wurde von GMS ARCHITEKTEN PartGmbB in Zusammenarbeit mit Baufritz realisiert.
| Video: Bau-Fritz GmbH & Co. KG
Das Ergebnis ist ein Wohnensemble, das zeigt, wie aus einem Hofbestand eine neue Form des gemeinschaftlichen Wohnens entstehen kann, die dauerhaft funktioniert, weil sie räumlich konsequent gedacht ist.
Ausgezeichnet wurde das Projekt unter anderem mit der Hugo-Häring-Auszeichnung, dem German Design Award sowie dem Holzbaupreis Baden-Württemberg.