23/06/2026
Wenn aus einem ehemaligen Krankenhausensemble wieder ein Ort für Menschen wird, entsteht mehr als nur ein saniertes Gebäude.
Mit dem Sozialcampus Viedel in Polch durften wir gemeinsam mit der Stadt Polch ein Projekt realisieren, das für mich beispielhaft zeigt, was Stadtteil- und Denkmalsanierung leisten kann.
Aus einem Ort, der seine ursprüngliche Funktion längst verloren hatte, ist wieder ein lebendiger Teil des öffentlichen Lebens geworden. Ein Ort für Begegnung, Kultur, Austausch und gesellschaftliches Miteinander.
Dabei war unser Anspruch von Beginn an, nicht nur historische Bausubstanz zu erhalten, sondern einen Ort weiterzuentwickeln, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. Einen Ort, an dem unterschiedliche Generationen zusammenkommen, Veranstaltungen stattfinden und Gemeinschaft wieder sichtbar wird.
Für mich zeigt dieses Projekt sehr deutlich, worum es bei Architektur am Ende wirklich geht.
Nicht allein um Gebäude, sondern um die Frage, welche Bedeutung ein Ort für die Menschen hat, die ihn nutzen, erleben und mit Leben füllen.
Gerade bei Bestandsgebäuden liegt darin eine besondere Verantwortung. Denn wir arbeiten nicht auf der grünen Wiese, sondern mit Geschichte, Erinnerungen und gewachsenen Strukturen. Revitalisierung bedeutet für uns deshalb, Bestehendes weiterzuentwickeln und Orte so für die Zukunft auszurichten, dass sie erneut gesellschaftliche Relevanz erhalten.
Der gesamte Komplex bietet heute Raum für kulturelle und gesellschaftliche Nutzungen – von Ausstellungen und Lesungen über Film- und Theatervorführungen bis hin zu musikalischen Formaten und weiteren Begegnungsangeboten für die Region.
Gleichzeitig wurde das Projekt konsequent zukunftsfähig gedacht. Erneuerbare Energieversorgung, klimagerechte Gebäudetechnik, Maßnahmen zur Regenwasserversickerung, Hochwasservorsorge und die Berücksichtigung zukünftiger Mobilitätsanforderungen waren feste Bestandteile der Planung.
Für uns als Team von TERNES architekten BDA ist Viedel ein Beispiel dafür, was möglich wird, wenn Bestand nicht als Einschränkung, sondern als Chance verstanden wird.
Denn genau dort entsteht Baukultur: im Weiterdenken vorhandener Strukturen, im respektvollen Umgang mit Geschichte und in der Verantwortung, Orte mit langfristiger gesellschaftlicher Relevanz zu schaffen.
Umso mehr freut es mich, dass dieses Projekt im Rahmen des Tags der Architektur 2026 einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt wird und Interessierte die Möglichkeit haben, diesen Ort aus nächster Nähe kennenzulernen.
Wer diesen Ort selbst erleben möchte, ist herzlich eingeladen:
📍 Sozialcampus Viedel, Polch
🗓 27. und 28. Juni 2026
🕑 14:00 bis 18:00 Uhr
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Jens-Joachim Ternes
TERNES architekten BDA
Architektur am Puls der Zeit.