20/06/2019
Azubi-Duo will hoch hinaus
Maximilian Frankenstein und Richard Böhm erlernen den Beruf des Dachdeckers
Von Daniel Bagehorn
Klar – schwindelfrei müssen Dachdecker sein. Wenn sie hoch oben stehen und Ziegel in der Hand halten, ist Gleichgewichtssinn gefragt. Doch für Maximilian Frankenstein und Richard Böhm ist die Höhe kein Problem. Die beiden Dachdecker-Azubis freuen sich darauf, immer wieder ihre Arbeitsplätze hoch oben einzunehmen. „Für mich ist der Dachdecker-Beruf fast so schön wie Urlaub“, sagt Richard Böhm lachend und fügt scherzhaft hinzu. „Im Ernst: Ich bin draußen an der frischen Luft, die Sonne bräunt die Haut, ich kriege Muskeln, muss nicht ins Fitnessstudio und komme auch noch in der Region herum. Besser geht es nicht.“
Dabei steckt natürlich jede Menge Arbeit im Dachdecker-Handwerk. Dachdecker sorgen nicht nur für dichte Dächer, sie sorgen auch für die richtige Wärmedämmung, sie bringen Solaranlagen hoch oben an, bauen Fenster ein und legen bei Bedarf auch eine Dachbegrünung an. „Unser Beruf ist wirklich vielseitig. Und auch schon im ersten Lehrjahr sind wir mit auf den Baustellen, um zu helfen“, hebt Maximilian Frankenstein hervor.
Maximilian und Richard erlernen ihr Handwerk bei der Löbauer Dachdecker & Klempner GmbH. https://www.facebook.com/LoebauerDachdecker/
Das Unternehmen, das seit drei Jahren von Dachdeckermeister Ronny Seibt geführt wird, war zum Beispiel auf der Görlitzer Stadthalle und an der neuen Zweifeldsporthalle in der Neiße-Stadt im Einsatz. „Mit unseren 21 Mitarbeitern, davon derzeit drei Azubis, sind wir neben vielen Neubauten auch immer wieder auf älteren, stadtbekannten Gebäuden zu finden. Das ist natürlich immer wieder eine schöne Herausforderung“, sagt Ronny Seibt. „Außerdem ist es besonders schön, wenn man dann nachher einmal an solch einem Haus vorbeifährt und sagen kann, daran habe ich mitgearbeitet“, ergänzt Maximilian Frankenstein.
Der 17-jährige Ruppersdorfer hatte nach seinem Hauptschulabschluss und einem Berufsvorbereitungsjahr ein Praktikum bei der Löbauer Dachdecker & Klempner GmbH absolviert und in diesen 14 Tagen sein Talent für das Handwerk gezeigt. „Ich glaube, um ein guter Dachdecker zu sein braucht man neben handwerklichem Geschick und Köpfchen auch ein Bisschen Freude an der Beschäftigung mit verschiedenen Materialien. Dachdecker müssen mit Natursteinen ebenso umgehen wie mit chemischen Materialien“, erläutert der Oberlausitzer. Und Richard Böhm ergänzt: „Klar ist es auch mal körperlich anstrengend, aber im Team hilft man sich.“
Ihr Handwerk erlernen Maximilian und Richard innerhalb von drei Jahren. Neben viel Praxis erhalten sie natürlich auch die theoretischen Grundlagen für ihren Beruf. Dies geschieht zum einen in der Berufsschule in Görlitz zum anderen auch im Landesbildungszentrum des Sächsischen Dachdeckerhandwerks im erzgebirgischen Bad Schlema.
„Mal muss man etwas schweißen, mal fliegen einem beim Sägen die Holzspäne ins Gesicht, mal gestaltet man eine Fassade, mal passt man ein Dachfenster zentimetergenau ein“, beschreibt Richard Böhm seine Leidenschaft für das Dachdecker-Handwerk. „Es ist einfach die Abwechslung in diesem Handwerk, die mich fasziniert“, so der 23-jährige Löbauer.
Ansprechpartner bei der Handwerkskammer Dresden: Göran Zerbe, Ausbildungsberater. Tel: (0351) 4640 971
E-Mail: [email protected]
Foto: Handwerkskammer Dresden