20/10/2025
Großwärmepumpen aus Abwasser und Luft – Praxisbeispiele für die Wärmewende
Die Wärmewende wird konkret: In Tübingen und Chemnitz werden derzeit richtungsweisende Großwärmepumpenprojekte entwickelt, die zeigen, wie kommunale Wärmeversorgung klimaneutral werden kann.
An der Kläranlage Tübingen wird gereinigtes Klarwasser (Abwasser) genutzt, um über eine Wärmepumpe mit bis zu 15 MW thermischer Leistung das Fernwärmenetz zu versorgen.
In Chemnitz wird ebenfalls gereinigtes Klarwasser als Wärmequelle genutzt – mit Fokus auf maximale thermische Nutzung und hohe Vorlauftemperaturen.
Zusätzlich wird am Standort Furth eine Hochtemperatur Luft-Wasser-Wärmepumpe mit einer Leistung von rund 40 MWth geplant. Sie nutzt Außenluft bis -5 °C, um Fernwärme mit bis zu 110 °C zu erzeugen – eine technische Pionierleistung.
Erkenntnisse aus der Praxis:
• Erneuerbare Wärmequellen sind lokal vorhanden und bedarfsbezogen zu untersuchen: Kommunales Abwasser bietet stabile und nachhaltige Temperaturniveaus.
• Genehmigungsprozesse sind komplex, aber mit erfahrenem Planer machbar: Frühe Zusammenarbeit mit Behörden (Wasserrecht, BImSchV, AwSV) ist entscheidend.
• Systemintegration zählt – die Kopplung von Wärmepumpen mit bestehenden Netzen, Speichern und ggf. KWK-Anlagen erfordert intelligente Regelstrategien.
• CO₂-Einsparungen sind enorm – bei konsequenter Nutzung von Ökostrom kann eine Großwärmepumpe den Wärmebedarf tausender Haushalte klimaneutral decken.
Großwärmepumpen sind keine Zukunftsvision mehr, sondern praxiserprobte Bausteine für kommunale Klimaneutralität.
Die Projekte in Tübingen und Chemnitz zeigen: Mit technischer Innovation, Kooperation und Mut zur Umsetzung kann die Wärmewende in deutschen Städten Realität werden.