29/04/2024
So ihr lieben Leute, ich werde hier heute mal versuchen ein bisschen Licht ins "Wärmepumpen-Dunkel" zu bringen.
Euch wird über die Medien fälschlicherweise suggeriert, dass ihr 60000-100000€ in die Hand nehmen und euren Altbau kernsanieren müsstet, damit eine Wärmepumpe in eurem Altbau effizient betrieben werden könnte.
Das is faktisch völlig verkehrt.
Ich gebe euch eine kleine, relativ pauschal gehaltene Beispielrechnung:
Euer Altbau verbraucht jährlich 15000kWh Heizenergie. Hierbei wird grob überschlagen, dass 10000kWh für die Beheizung des Gebäudes und 5000kWh für‘s Warmwasser verbraucht werden.
Nehmen wir hier eine mittlere JAZ von 3,2 für die Beheizung und 2,7 für Warmwasser (Jahresarbeitszahl: Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie effizient eine Wärmepumpe in der Praxis arbeitet. Sie wird aus dem Verhältnis der Ab- und zugeführten Energie eines Jahres berechnet. Also umso höher die JAZ, desto niedriger die Heizkosten), ergibt sich dadurch folgende Rechnung:
10000kWh/ 3,2 = 3125kWh/a Stromverbrauch Heizung und
5000kWh/ 2,7 = 1852kWh/a Stromverbrauch Warmwasser.
Stromverbrauch Jährlich (zusätzlich zu dem normalen Hausstromverbrauch) = 4977kWh.
Der normale Strompreis für den Hausstrom liegt zur Zeit durchschnittlich bei ca. 38ct/kWh.
38ct/kWh x 4977kWh Stromverbrauch Wärmepumpe = 1891€ zusätzliche Stromkosten bei einem Hausstromtarif.
Das macht rund 158€/ Stromkosten/Monat zusätzlich für Heizung und Warmwasser.
Bei Wärmepumpen Tarifen sieht‘s nochmal etwas anders aus. Da liegen wir durchschnittlich bei ca. 25ct/kWh (eher bissl günstiger. Ist aber auch vom Anbieter abhängig).
25ct/kWh x 4977kWh = 1244€
Da sind wir nur noch bei 103€ monatliche Stromkosten für Heizung und Warmwasser.
Ich hab in dieser Beispielrechnung den Grundpreis nicht mit eingerechnet und auch die eventuelle monatliche Tilgung des Kredits für die Anschaffung der Wärmepumpe nicht berücksichtigt.
Diese Zahlen könnt ihr euch aber je nach Situation dazu addieren.
Der JAZ der Wärmepumpe lässt sich durch recht einfach durchzuführende Maßnahmen wie z.B. das Austauschen von wahrscheinlich ohnehin zu kleinen Heizkörpern erhöhen und dadurch die Stromkosten reduzieren.
Die Anschaffungskosten (inkl. Montage, Abnahme, Umbaumaßnahmen der Zähleranlage und Austausch Heizkörpern) variieren je nach Aufwand zwischen 25000€-35000€ (zumindest bei uns).
30000€ bekommt ihr als maximale Investitionssumme mit (nach jetzigen Kenntnisstand) ca. 55% von der KfW gefördert.
Nach Abzug der Förderung sind wir also bei einer Investitionsumme zwischen 11000€-18500€.
Das is viel Geld, keine Frage. Habt ihr aber eine über 20 Jahre alte Öl- oder Gasheizung und tauscht die gegen eine neue Öl- oder Gasheizung, befindet ihr euch mit den Anschaffungskosten (inkl. allem wie Wärmepumpe) auf dem gleichen Niveau (Ölheizungen sind mit sämtlichen Maßnahmen die zu erfüllen sind deutlich teurer geworden).
Das Beispiel betrifft übrigens die Luft-Wasser-Wärmepumpen.
Ich will es euch nicht schön reden, aber ihr seht ja, es ist auch alles nicht soooo schlimm, wie es in der Allgemeinheit angenommen wird.
Habt ihr diesbezüglich noch weitere Fragen, wünscht ihr euch ein detailliert ausgearbeitetes Angebot oder einfach nur Tipps zum Kosten sparen mit eurem jetzigen Heizungssystem?
Dann meldet euch gerne bei mir per Email, WhatsApp oder ruft uns einfach an.
Ich freu mich auf euch 🤗
Liebe Grüße
Tim Rauschenberger ✌🏼