30/07/2026
In Nigeria kostet Netzstrom im Schnitt 12–13 Cent pro Kilowattstunde. Für afrikanische Verhältnisse günstig. Und trotzdem oft der teuerste Strom, den ein Unternehmen am Ende bezieht.
Wenn wir mit Unternehmenskunden über Solar sprechen, ist die erste Frage fast immer der Preis pro kWh. Genau da beginnt ein Missverständnis, das wir in fast jedem Gespräch aufklären müssen.
Landesweite, tagelange Blackouts sind in Nigeria keine Ausnahme, sondern Alltag – selbst in Industriegebieten mit eigens verlegten Leitungen. Sobald ein Betrieb auf Diesel umsteigen muss, zahlt er das 3- bis 4-fache dessen, was der Netzpreis auf dem Papier verspricht.
Zuverlässigkeit ist ein eigener Wert – unabhängig vom Tarif.
Wer Energiequellen nur über den kWh-Preis vergleicht, blendet genau das aus, was am Ende die tatsächlichen Betriebskosten bestimmt. Das ist kein nigerianisches Sonderproblem, sondern die Regel in wachsenden Märkten:
Je schneller eine Wirtschaft wächst, desto größer die Lücke zwischen Netzausbau und Energiebedarf‼
Der Markt, in dem wir arbeiten, entsteht nicht, weil Solar auf dem Papier billiger ist als Netzstrom. Er entsteht, weil Netzstrom ein Versprechen macht, das er in der Praxis nicht hält.
Die Alternative ist dann nicht "billiger" oder "teurer" – sie ist Diesel zu Wucherpreisen oder Stillstand. Und Stillstand bedeutet: kein Return on Investment für den Eigentümer.
Macht Sinn, oder?