20/08/2026
Risiken und Belastungen im Wohnhaus: Warum die bewusste Materialwahl eine Frage der Eigenverantwortung ist
Unser Wohnhaus ist der Ort, an dem wir schlafen, uns erholen, essen, arbeiten, unsere Kinder großziehen und einen großen Teil unseres Lebens verbringen.
Trotzdem wird bei der Planung eines Hauses häufig sehr viel stärker auf Energieverbrauch, Wärmedurchgangskoeffizienten, Kosten und Design geachtet als auf die Frage:
Welche Stoffe bringen wir eigentlich dauerhaft in unseren unmittelbaren Lebensraum ein?
Dabei ist eines entscheidend:
Gesundes Wohnen beginnt nicht erst mit dem Lüften. Es beginnt mit der bewussten Entscheidung darüber, was wir überhaupt in unser Haus hineinbauen.
Eigenverantwortung beginnt bei der Auswahl
Der Gesetzgeber hat für Bauprodukte durchaus Schutzmechanismen geschaffen. Emissionen bestimmter Innenraum relevanter Bauprodukte werden beispielsweise nach dem AgBB-Bewertungsschema gesundheitlich bewertet. Dabei werden einzelne Stoffe ebenso berücksichtigt wie Summenparameter und die Gesamtbetrachtung der VOC-Emissionen.
Das ist wichtig und richtig.
Aber ein Prüfsiegel oder die Einhaltung eines Grenzwertes macht ein einzelnes Produkt noch nicht automatisch zu einem optimalen Baustoff für ein gesundes Wohnhaus.
Denn ein Gebäude besteht nicht aus einem einzigen Produkt.
Es besteht aus Bodenaufbauten, Klebern, Abdichtungen, Dämmstoffen, Holzwerkstoffen, Farben, Putzen, Beschichtungen, Türen, Möbeln, Küchen, Bodenbelägen, technischen Geräten und vielen weiteren Materialien.
Viele einzelne, für sich geprüfte und emissionsarme Produkte können in ihrer Gesamtheit trotzdem zu einer höheren Stofflast im Innenraum beitragen.
Das Umweltbundesamt weist ausdrücklich darauf hin, dass neben Bauprodukten auch Einrichtungsgegenstände und alltägliche Lebensgewohnheiten zur Belastung der Innenraumluft beitragen können.
Genau hier beginnt die eigentliche Eigenverantwortung des Bauherrn.
Nicht nur Grenzwerte einhalten – Belastungen von vornherein vermeiden
Unsere Überzeugung bei Biolehmhaus ist deshalb:
Die beste Belastung ist diejenige, die gar nicht erst entsteht.
Warum muss man einen Stoff zunächst zulassen, einbauen und anschließend darauf vertrauen, dass seine Emissionen innerhalb eines Grenzwertes liegen?
Wenn es technisch möglich ist, kann man bereits bei der Planung entscheiden, auf bestimmte Stoffgruppen weitgehend zu verzichten.
Holz, Lehm, Hanf, Kalk, Kokos und andere möglichst naturbelassene Baustoffe können dabei eine wichtige Rolle spielen.
Nicht weil jeder Naturstoff automatisch gesund oder schadstofffrei wäre.
Sondern weil eine bewusste, reduzierte und nachvollziehbare Materialauswahl die Zahl potenzieller Emissionsquellen deutlich reduzieren kann.
Und genau darin sehen wir einen wesentlichen Unterschied zwischen einem Haus, das lediglich die gesetzlichen Mindestanforderungen erfüllt, und einem Haus, das konsequent auf möglichst naturnahe Innenraumqualitäten ausgerichtet wird.
Das Haus als Regenerationsraum
Unser Zuhause sollte nicht einfach nur ein technisch funktionierendes Gebäude sein.
Es sollte ein Ort sein, an dem der Mensch möglichst wenig unnötigen Belastungen ausgesetzt ist.
Gerade Schlaf- und Aufenthaltsräume verdienen deshalb besondere Aufmerksamkeit.
Denn hier geht es nicht nur um einzelne Messwerte, sondern um die Summe der Einflüsse, denen wir über viele Jahre und tausende Stunden ausgesetzt sind.
Innenraumluft, Feuchtigkeit, Temperatur, Gerüche, Oberflächen, Materialien und deren Emissionen wirken nicht isoliert voneinander.
Deshalb betrachten wir bei Biolehmhaus nicht nur den einzelnen Baustoff, sondern das gesamte Gebäude als System.
Unsere Verantwortung als Anbieter gesunder Wohnhäuser
Wer ein „gesundes Wohnhaus“ anbietet, übernimmt damit aus unserer Sicht eine besondere Verantwortung.
Es reicht nicht, einzelne Produkte mit Prüfsiegeln auszuwählen und daraus abzuleiten, dass automatisch ein gesundes Haus entsteht.
Die Verantwortung beginnt viel früher: bei der Planung, bei der Auswahl des Grundstücks, bei der Konstruktion und vor allem bei der Entscheidung, welche Materialien überhaupt Bestandteil des Hauses werden.
Unser Ziel ist deshalb, unnötige stoffliche und technologische Belastungen bereits an der Quelle zu vermeiden.
Unsere Methodik folgt dabei einem einfachen Grundprinzip:
Vermeidung vor Kontrolle.
Wir betrachten den gesamten Lebenszyklus eines Baustoffs:
1. Keine unnötigen Belastungen beim Abbau der Rohstoffe
2. Keine unnötigen Belastungen bei Aufbereitung und Herstellung
3. Keine unnötigen Belastungen bei der Verarbeitung auf der Baustelle
4. Minimierung unnötiger Belastungen während der Nutzung durch die Bewohner
5. Verantwortung auch bei Rückbau, Wiederverwendung und Entsorgung
Warum Lehm dabei eine Schlüsselrolle übernimmt
Lehm ist für uns deshalb weit mehr als ein traditioneller Baustoff.
Er verbindet konstruktive Eigenschaften mit natürlichen bauphysikalischen Funktionen und ermöglicht es, große Teile eines Gebäudes mit einem mineralischen, natürlichen und wiederverwendbaren Baustoff zu gestalten.
Zusammen mit Holz, Hanf, Kalk und weiteren sorgfältig ausgewählten Materialien entsteht ein Gebäudekonzept, bei dem wir versuchen, die Zahl unnötiger Materialschichten und potenzieller Belastungsquellen konsequent zu reduzieren.
Das ist für uns gelebte Eigenverantwortung.
Nicht alles, was technisch möglich und rechtlich zulässig ist, muss deshalb auch in ein Wohnhaus eingebaut werden.
Und nicht jedes einzelne Produkt, das für sich betrachtet geringe Emissionen aufweist, ist automatisch die beste Entscheidung für das Gesamtsystem Haus.
Gesundes Bauen bedeutet für uns: bewusst entscheiden
Letztlich entscheidet der Bauherr, welchen Stellenwert er der Qualität seines zukünftigen Lebensraums gibt.
Wir können diese Entscheidung nicht abnehmen.
Aber wir können Wissen vermitteln, Zusammenhänge erklären und ein Bausystem anbieten, das darauf ausgerichtet ist, unnötige Belastungen möglichst von Anfang an zu vermeiden.
Genau darin sehen wir unsere besondere Verantwortung als Anbieter von Biolehmhaus – gesunden Wohnhäusern.
Denn ein Haus sollte nicht nur vor Wind und Wetter schützen.
Es sollte möglichst ein Ort sein, an dem unser Körper zur Ruhe kommen und sich regenerieren kann.
Gesundes Wohnen beginnt deshalb nicht beim Prüfsiegel.
Gesundes Wohnen beginnt bei der Entscheidung, was wir überhaupt in unser Haus hineinlassen.
Nicht das schöne Haus steht bei uns im Mittelpunkt
Aus diesem Grund legen wir auch bei unseren Präsentationen bewusst einen anderen Schwerpunkt als viele klassische Anbieter.
Natürlich darf ein Biolehmhaus schön, modern und architektonisch anspruchsvoll sein.
Aber das schöne Haus allein ist für uns kein ausreichendes Verkaufsargument.
Deshalb stellen wir in unseren ausführlichen Präsentationen, die Interessierten zur Verfügung stehen, nicht in erster Linie schöne Visualisierungen, Grundrisse oder fertige Häuser in den Vordergrund.
Wir gehen bewusst auf die Hintergründe, Zusammenhänge und technischen Details ein:
Warum verwenden wir Lehm?
Warum kombinieren wir bestimmte Materialien miteinander?
Warum verzichten wir auf bestimmte konventionelle Baustoffe und Konstruktionsweisen?
Welche bauphysikalischen Eigenschaften haben die eingesetzten Materialien?
Wie verhalten sich Feuchtigkeit, Wärme, Temperatur und Raumklima?
Welche möglichen Belastungen können von Baustoffen ausgehen?
Und vor allem:
Welche Entscheidungen können bereits bei der Planung getroffen werden, um unnötige Belastungen später möglichst gar nicht erst entstehen zu lassen?
Wir möchten damit keine Entscheidungen für Bauherren treffen.
Wir möchten ihnen vielmehr die Information und das Verständnis geben, um selbst eine bewusste Entscheidung treffen zu können.
Denn genau hier beginnt für uns Eigenverantwortung.
Ein gesundes Wohnhaus entsteht nicht dadurch, dass man ein schönes Gebäude mit einem entsprechenden Etikett versieht.
Es entsteht durch viele bewusste Entscheidungen – lange bevor der erste Stein, das erste Holzbauteil oder die erste Lehmschicht eingebaut wird.
**Deshalb zeigen wir nicht nur, wie ein Biolehmhaus aussieht. -Wir erklären, warum es so gebaut wird.**
Und genau diese Transparenz verstehen wir als Teil unserer Verantwortung gegenüber den Menschen, die uns ihr Zuhause anvertrauen.