26/04/2026
Sind HOAI und VOB/B noch zeitgemäß – oder nur teuerer Stillstand in schönem Amtsdeutsch?
Ich arbeite täglich an Resilienz & OptimierunIch arbeite täglich an Resilienz & Optimierun in Projekten.
Und je mehr ich sehe, desto öfter denke ich: Wir optimieren Technik – aber lassen die größten Bremsen unangetastet: unsere Regeln.
Hier sind 3 Fragen, die ich wirklich sind 3 Fragen, die ich ernst meine:
1) HOAI: Warum vergüten wir „Phasen“, aber nicht „Ergebnis & Risiko“?
Digitale Infrastruktur, OT‑Security, Schnittstellen, Betriebsfähigkeit – das ist heute Kern eines Assets.
HOAI trennt aber weiter in Leistungsphasen und „besondere Leistungen“, als wären wir in 2005.
Beispiel aus der Praxis:
Ein Auftraggeber erwartet plötzlich eine Projektbeschreibung als Einreichdokument, obwohl sie nicht beauftragt und nicht im LV enthalten ist – und am Ende streitet man nicht über Qualität, sondern darüber, wer’s „schuldet“. Das kostet Zeit, Nerven, Vertrauen.
Provokante Frage:
Ist es noch zeitgemäß, dass wir digitale Betriebsfähigkeit wie einen „Nachtrag“ behandeln – statt wie ein Pflichtkriterium?
2) VOB/B: Warum belohnt das System Papier – und bestraft Geschwindigkeit?
VOB/B verlangt Bedenken/Behinderungsanzeigen, Nachtragslogik, formale Prozesse – nVOB/B verlangt Bedenken/Behinderungsanzeigen, Nachtragslogik, formale Prozesse.
Aber: In der Realität wird daraus oft ein Verzögerungs‑Baukasten.
Beispiel aus der Praxis:
Selbst wenn Bedenken mündlich geäußert werden, sollen sie sofort ins Bautagebuch, dann schriftlich bestätigt werden – und die Entscheidung muss „unverzüglich“ her. Klingt gut. In der Praxis?
Entscheidungen hängen – und das Projekt hängt mit.
Provokante Frage:
Warum ist „Entscheidung in 24–48h“ keine harte Vertragsregel – statt: „wir dokumentieren noch mehr“?
3) HOAI + VOB/B zusammen: Warum ist „Optimierung“ nicht Vertragsstandard, sondern „Sonderwunsch“?
Wir reden über Resilienz, Betrieb, Lebenszyklus – aber Verträge behandeln Optimierung oft wie Luxus.
Dabei ist die eigentliche Realität: Gebäude altern digital schneller als baulich – und Nachrüsten ist brutal teuer. (Das siehst du später im Betrieb – nicht im LV.)
Beispiel aus der Praxis (VOB‑Mechanik):
Ohne saubere Mitwirkung/Planfreigaben entstehen Verzögerungen, Behinderungen, Nachträge – der Fokus geht weg von „Optimieren“ hin zu „Absichern“.
Provokante Frage:
Warum ist „Betriebsfähigkeit & Resilienz“ nicht als messbares Deliverable verankert – statt später als Konflikt, Claim oder Nachtrag zu enden?
Drei Dinge, die aus meiner Sicht wegoptimiert gehören (knallhart)
1. Leistungsbild‑Grauzonen, in denen digitale Anforderungen „nicht geschuldet“ sind – und erst im Konflikt sichtbar werden.
2. Entscheidungs‑Langsamkeit als Normalzustand: „unverzüglich“ muss real messbar werden (agilität gehört belohnt), nicht nur Text oder machen wir morgen, vielleicht nächste Woche oder in einem Monat.
3. Nachtrags‑Ökonomie statt Projekt‑Ökonomie: Wenn Prozesse dazu führen, dass Papier wichtiger ist als Fortschritt, stimmt das System nicht.
Meine These:
HOAI & VOB/B sind nicht „schlecht“.
Aber sie sind definitiv nicht mehr gebaut für digitale Resilienz, OT‑Risiken und Betriebsrealität und die heutige Baugeschwindigikeit. Wenn heute wichtig ist, dass Zeiten und Fristen für Nachträge durchgezogen werden oder bei Vergaben Wochen vergehen bis das Auftragsschreiben eingeht...
Ganz ehrlich liebe Leute, wir brauchen uns nicht wundern warum unser Deutschland gerade gnadenlos absäuft.
Wenn ihr noch mehr solcher KNALLHARTER-FAKTEN wollt, dann schreibt kurz und knapp.
Frage an euch:
Was ist eure größte HOAI/VOB‑Absurdität aus der Praxis – und was würdet ihr sofort ändern?