04/04/2023
Wärmepumpen-Zwang ab 2024? Zeit für eine kurze Stellungnahme.
Der Entwurf des neuen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) versetzt Deutschland in Unruhe.
Kommt es, wie von der Koalition abgestimmt, dann müssen bald alle Öl- und Gaskessel aus den Heizungskellern verschwinden.
Ersetzt werden sollen sie gegen Wärmepumpen und Pelletkessel, für einen Anteil von mindestens 65% regenerativer Energien (Ökostrom, Solar, Holz).
Dumm dabei:
- die Inflation frisst die Ersparnisse auf
- die Anlagen sind evtl. bei einem Zwang nicht mehr förderfähig
- eine Förderung trägt letztendlich der Steuerzahler
- die Anlagen kosten 30 - 50.000 EUR als Hybridversion
- nicht jedes Haus sollte eine Wärmepumpe bekommen
- zu wenig Ökostrom
- lange Lieferzeiten
- geringe Kapazitäten im Handwerk
--> es ist also gar keine Zeit mehr, vernünftige Lösungen zu schaffen
All das führt zu einem Ansturm auf Öl- und Gaskessel, wie es ihn in 33 Jahren nicht gegeben hat.
Dass es in Zukunft "sehr teuer" werden soll, mit diesen Energieträgern zu heizen, ist rein politisch bedingt. Eine CO2-Abgabe, wie sie bislang geplant war, führt zu einem Mehrpreis von etwa 50 Cent pro Liter bzw. Kubikmeter Erdgas in den nächsten 10-12 Jahren.
Politiker wollen wiedergewählt werden. 80-jährige vom Zwang auszunehmen und auf die Nachkommen abzuwälzen, dürfte in dem Wählerkreis nicht unbedingt auf breite Zustimmung treffen.
Umweltschutz ist gut und wichtig. Dermaßen mit dem Holzhammer in den Markt einzugreifen, bringt nur Chaos und Fehlsteuerung.
Auch zukünftig wird es flüssige (e-Fuels) und gasförmige (Biomethan, Wasserstoff) Brennstoffe geben, mit denen auch die 65% Vorgabe möglich ist.
Warum wird nicht erst die Infrastruktur aufgebaut und Förderungen für Vorreiter eingeräumt und DANN erst nach Sicherstellung von Qualifikation, Technologie und Infrastruktur eine Verpflichtung eingeführt? Meinetwegen in 5 Jahren?
Wir werden jedenfalls weiterhin unabhängig im Kundeninteresse beraten, verkaufen und installieren. Wer richtig beraten ist, entscheidet sich auch für die beste Lösung. Aber wir brauchen Planungssicherheit.