03/10/2026
Eine besondere Zugprobe
Der Untersuchungsstandort liegt am Ufer einer Seefläche, die von einer Pappelreihe gesäumt wird. Nachdem ein Baum umgestürzt war, bestand der Verdacht, dass parkende Autos Schäden im Wurzelbereich verursacht hatten. Die besondere Herausforderung lag darin, trotz der örtlichen Gegebenheiten eine verlässliche Lastanalyse zu erhalten.
Die Lösung bestand im Einsatz eines Teleobjektivs.
Ergebnisse der Zugprobe
• Die Grundsicherheit lag bei 170 %. Dieses Ergebnis war angesichts der beengten Standortverhältnisse zu erwarten.
• Bruch- und Standsicherheit waren gleichmäßig um etwa 30 % reduziert. Dies deutet klar auf einen holzabbauenden Prozess am Stammfuß hin.
Am Nachbarbaum befinden sich gegenüber einer sehr großen Astungswunde Fruchtkörper, bei denen es sich vermutlich um den Espenfeuerschwamm (Phellinus tremulae) handelt. In älterer Fachliteratur wird dieser Pilz als gefährlicher Schädling der Espe beschrieben, der ältere Bäume zerstören kann. Im Kernholz verursacht er die „gefürchtete Weißfäule“. Weitere Informationen: http://www.3000pilze.de/pilz/Espenfeuerschwamm.htm sowie https://wwwuser.gwdguser.de/~rjahn/Pilzbriefe/PB_Bd_3_24.pdf.
Jeder Befall durch eine Phellinus-Art ist ernst zu nehmen. Die mit „TreeCalc“ berechnete Grundsicherheit lag in einer ähnlichen Größenordnung wie bei der anderen Pappel. Ergänzend wurde die Restwandstärke ermittelt.
Empfohlene Maßnahme: Einkürzung der Kronenhöhe beider Pappeln, um die Windlast zu reduzieren.