14/04/2026
Word 💪🏻
Das, was im Koalitionsausschuss beschlossen wurde, nach unendlich langen Stunden der Verhandlungen, das war für das Handwerk in Deutschland leider nicht der große Wurf. Eine Senkung der Energiesteuer bei Diesel und Benzin um 17 Cent in einem Zeitraum von zwei Monaten, mit einem Appell ans Kartellamt endlich seinen Job zu machen. So ein Strohfeuer hatten wir schon, vor ein paar Jahren, und es ist ebenso schnell erloschen. Wer waren die großen Gewinner? Die Mineralölkonzerne. Wird das diesmal verhindert? Die Hoffnung mag bestehen, der Glaube ist weit entfernt.
Und dann der Vorschlag einer Einmalzahlung der Arbeitgeber von bis zu 1.000 Euro. Das wäre angebracht, wenn die kleinen und mittleren Unternehmen des Handwerks es sich leisten könnten. Aber die Kosten laufen aus dem Ruder im Handwerk, Energie, Rohstoffe, Lohnkosten, Sozialabgaben fressen den Gewinn auf. Wer um seine betriebliche Existenz kämpft, der kann es sich schlicht weg nicht leisten vierstellige Geschenke an die Mitarbeitenden auszuschütten. Auch wenn diese steuerfrei sind. Betriebe, die es sich leisten können, werden den 1000-Euro-Krisen-Bonus auszahlen. Das heißt aber im Umkehrschluss, dass eben nicht alle Arbeitnehmer profitieren. Ich frage ernsthaft: Ist das gerecht? Ist es wirklich so schwer, Initiativen auszurufen, die alle Arbeitnehmer entlasten?
Es müssen endlich, schnellstmöglich, ja, sofort, die Weichen für einen umfassenden wirtschaftlichen Aufbruch gestellt werden. Seit dem Regierungswechsel wartet das Handwerk darauf. Wenn wir jetzt in Deutschland keinen wirtschaftspolitischen Aufbruch schaffen, dann dümpeln wir weiterhin in einem Sumpf aus Bürokratie, Verhinderungen und Kopf in den Sand stecken hin und her. Wir, das Handwerk, sind bereit, unseren Beitrag zu leisten.