13/02/2025
Sorry, Herr Bundeskanzler, aber das sehen wir völlig anders!
Sonntagabend, das TV-Duell zwischen Kanzler Scholz (SPD) und Herausforderer Merz (CDU). Moderatorin Sandra Maischberger will wissen, wie es um die Wirtschaft steht. Die Antwort des Kanzlers: Die Stimmung sei schlecht, von einer Deindustrialisierung könne aber keine Rede sein.
Bitte was? Unsere Zahlen sagen da was anderes …
Im Gespräch mit Business Insider (https://sohub.io/iox7) und WELT (https://sohub.io/640c) widerspricht unsere Präsidentin Dr. Nicole Grünewald: „Deutschland erlebt eine Deindustrialisierung.“ Dass Scholz diese Entwicklung abstreitet, macht sie „fassungslos“.
Mit Blick auf unsere aktuelle Konjunkturumfrage erklärt sie: „29 Prozent der Unternehmen, die international tätig, wollen ihre Auslandsstandorte ausbauen. Gleichzeitig wollen 34 Prozent ihre Investitionen in Deutschland zurückfahren. Das heißt: Unsere Unternehmen verlagern ihre Investitionen ins Ausland. Das ist keine Momentaufnahme, sondern ein Trend. Als Olaf Scholz Anfang Januar bei uns war, haben wir ihm das sehr direkt gesagt und mit Fakten belegt. Eines unserer größten Mitgliedsunternehmen, Covestro (14 Mrd. Euro Umsatz mit Chemie und Kunststoffen, Mitglied im Dax), saß mit am Tisch. Sie haben dort und mittlerweile auch öffentlich erklärt, dass sie nicht mehr in den Standort Deutschland investieren, weil es sich nicht mehr rechnet. (…) Die Industrie produziert am Standort Deutschland schlichtweg nicht mehr wettbewerbsfähig.“
Auf dem Neujahrsempfang der IHK Köln am 9. Januar war Scholz zu Gast bei der Kölner Flora. Schon dort hatte Grünewald in ihrer Rede erklärt: „Da die Industrie seit ihrer Entstehung immer dahin geht, wo die Energie sicher und günstig ist, ist die Deindustrialisierung in vollem Gange. Denn die Unternehmen investieren nicht mehr am Standort Deutschland. Sondern in Holland, China oder den USA. Wer unser Land jetzt verlässt, der kommt nicht wieder. Und das bedeutet: Wir verlieren gute Arbeitsplätze und Wohlstand. Jeden Tag.“
Im Interview mit Business Insider und WELT kritisiert Grünewald vor allen Dingen die überbordende Bürokratie und die Energiepolitik der letzten Jahre: „Mehr die Hälfte unserer Unternehmen sagen mittlerweile, dass sie kein Vertrauen mehr in die Politik haben. Das hatten wir noch nie: Die Wirtschaft begreift die Politik als Risikofaktor für den Standort Deutschland. (…) Wir brauchen von der neuen Regierung also einen Neustart.“
Hier gehts zu unserer aktuellen Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2025: https://sohub.io/i5f8