28/04/2026
Paul von Hagemeister hätte nach dem Abitur studieren können – wie fast alle seine Freunde. Stattdessen entschied er sich für eine Lehre zum Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. „Gas, Wasser, Scheiße“, so hieß das früher mal. Und wenn schon, dachte er sich. Energie, das Thema hat ja wohl Zukunft.
Mit Abitur ins Handwerk? Klingt erst mal ungewöhnlich. Doch Paul von Hagemeister, 22 Jahre alt, ist längst kein Einzelfall mehr. 2025 hatten knapp 20 800 Ausbildungsanfänger im Handwerk die Hochschulreife, fast doppelt so viele wie 2008. Während die Zahl der Azubis über alle Branchen hinweg sinkt, steigt sie im Handwerk leicht an.
Beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) glaubt man, dass die gestiegene Zahl der Azubis auch etwas mit einer Entwicklung zu tun, die man nicht zuallererst auf dem Bau oder im Heizungskeller vermutet: künstliche Intelligenz. Viele junge Menschen fragen sich mittlerweile, welche Jobs in fünf oder zehn Jahren überhaupt noch gebraucht werden. Und ob sie selbst dann noch gebraucht werden. Berufe wie Rechtsanwaltsgehilfin, Steuerberater oder Übersetzerin könnten bald immer weniger von Menschen erledigt werden. Das machen dann Maschinen.
Im Handwerk sieht das anders aus: Eine Heizung montiert sich nicht von selbst, ein Dach deckt sich nicht per Algorithmus, kein Haus entsteht allein durch Roboter. So sehen sie das in der Branche. Und auch Paul von Hagemeister glaubt, dass die KI ihn nicht ersetzen wird, jedenfalls nicht so schnell wie in den Jobs, die seine BWL-Freunde machen wollen.
Und doch fehle ihm in seinem Job im Handwerk manchmal etwas, sagt er. Was das ist, welche Pläne er für die Zukunft hat und worum er seine Schulfreunde auf der Uni beneidet hat, lest ihr in der Reportage (SZ Plus): https://www.sz.de/projekte/artikel/politik/e344023?utm_content=kuenstliche_e344023&utm_medium=organic_content&utm_source=facebook&utm_campaign=op_social