28/10/2026
Manchmal steigt man nach einer Beprobung aus dem Boot und kann einfach nicht aufhören zu grinsen. Heute war so ein Tag. 💧
Der Rebstockweiher in Frankfurt hat sich beeindruckend verändert – und nicht nur an der Wasseroberfläche.
In der Vergangenheit mussten die Algen im Rebstockweiher bis zu zweimal jährlich gemäht werden. Hohe Nährstoffüberschüsse sorgten für massenhaftes Wachstum. In diesem Jahr verschwanden die Algenbestände im August „von allein“. Dahinter steht unser Behandlungsansatz mit Bakterien, Exoenzymen und Sauerstoff. Ein wichtiger Ansatzpunkt ist die Konkurrenz um verfügbare Nährstoffe: Bakterien benötigen diese für ihr Wachstum und begrenzen dadurch das Nährstoffangebot für Algen.
Doch die eigentliche "Überraschung" liegt am Gewässergrund. In unseren heute entnommenen Proben finden wir keinen Altschlamm mehr. Stattdessen Sand, Lehm und Reste abgestorbener Algen. Auch Schwarzfärbung des Sediments, die auf Eisensulfid zurückführen ist, ist weitgehend verschwunden. Das Sediment ist vom anaeroben in den aeroben Zustand gekommen.
Heute haben BGS Wasser und wir die Entwicklung parallel vor Ort überprüft.
Ein Gedanke bleibt mit Blick auf die abgestorbenen Algenreste: Ein früherer Behandlungsbeginn hätte aus unserer Sicht die Chance geboten, bereits deren Entstehung zu begrenzen. Für kommende Projekte wünschen wir uns deshalb eine frühzeitigere Freigabe durch das Regierungspräsidium Darmstadt, damit wir möglichst vor der starken Algenentwicklung beginnen können.
Heute überwiegt aber ganz klar die Freude über das Erreichte. Und der Dank an alle, die dieses Projekt mit Engagement begleiten.
Unterwegs waren wir übrigens mit unserem „Summi“, unserem Camper-Van. Kafka war selbstverständlich auch dabei – und hatte den Fahrerplatz schon einmal vorsorglich besetzt. Wir kümmern uns ums Wasser. Er behält den Überblick. 🐾